Gesucht: Idealisten für die musikalische Ausbildung

Aufruf !

„Demokrat sein“ heißt, nicht hinausposaunen, was andere tun sollten, sondern die heißen Eisen selber anfassen !

Deshalb ein beherztes SOS an Sie, die Leser:

Gesucht werden einige wenige Idealisten aus dem Pool der (Lehramts-) Studentinnen / Studenten wie auch Grundschullehrer und Grundschullehrerinnen, die sich mit dem Singen  an Schulen eingehender befassen möchten.

Bitte telefonisch melden (089-883462) oder Email an:
info@amadeusinstitut.de
dr.brandl@grossstadt.net

Zur Einstimmung auf das Problem „Singen“ einige unterhaltsame und nachdenkenswerte Episoden:

 

Wann sollte eine musikalische Ausbildung begonnen werden ?


Die Familie Avatysja aus Moskau
Die Familie besteht aus 11 Mitgliedern: Der Vater ist orthodoxer Priester (mit Musikausbildung), die Mutter Professorin am Tschajkovskij-Konservatorium (Fächer Komposition und Dirigieren). Dazu 9 Kinder: sechs Töchter und drei Söhne: Alle Kinder studieren ein Orchesterinstrument (und sind da schon recht perfekt) und singen im Familienensemble. Das Ensemble singt professionell und gibt viele Konzerte. Vor zwei Jahren gastierte das Ensemble in München und besuchte im Rahmen seines Aufenthalts auch eine gymnasiale Kollegstufe im Fach Musik.
Nach einigen sehr anspruchsvollen vokalen Kostproben fragte ein Kollegiat die Professorin: „In welchem Alter hat die musikalische Ausbildung Ihrer Kinder begonnen?“ Die Frau Professor antwortete: „Sieben Monate vor der Geburt“.
Dazu eine Wahrnehmung aus dem eigenen Umfeld: Ein Kind von 10 Monaten konnte auf Anforderung die ersten drei Takte (vielleicht auch mehr) des Lieds „Hänschen klein“ präzise, d.h. sauber vorsingen (natürlich noch ohne Text): Offensichtlich das Ergebnis einer „frühkindlichner Förderung“ durch die Eltern.

Kann man Singen lernen und trainieren ?

„Sauber Singen“ kann erlernt werden:
Ich habe 14 Jahre lang ehrenamtlich an Grundschulen Singen und in bescheidenem Maße auch elementare Musikkunde unterrichtet, weil ich Kindern im Rahmen meiner Möglichkeiten das Tor zur Musik auftun wollte. Mit einer ersten Klasse Grundschule, also mit etwa 6-jährigen Kindern, hatte ich folgendes Erlebnis:
Zu Beginn des Schuljahres (im September) haben die Kinder wie üblich die Töne statistisch über die Tonskala verteilt. Etwa 20 % haben „rein“ gesungen, etwa 30 % haben sich den reinen Tönen angenähert und die restlichen 50 % haben falsch gesungen. Die meisten haben also den Liedtext in wechselnden Tonhöhen deklamiert und die „Töne“ waren in der Regel viel zu tief.
Mit diversen Bemühungen und vor allem „Techniken“ konnte ich die Klasse so weit schulen, dass die Lieder am Ende des Schuljahrs (im Juli) rein gesungen wurden.
Im zweiten Schuljahr habe ich diese Klasse nicht mehr unterrichtet, habe aber angenommen, dass das „Sauber-Singen“ als bleibende Errungenschaft weiterbestehen würde.
Im Dezember des folgenden Jahres hatte die Lehrerin für das Weihnachtssingen ein Lied vorbereitet, das die Kinder dann im Weihnachtskonzert vorgetragen haben. Da erlebte ich ein „Wunder“ oder besser einen Absturz: Die Kinder haben, obwohlsie 4 Monate von der Klassenlehrerin „geschult“ worden waren, genauso falsch gesungen wie zu Beginn der ersten Klasse: Sie waren „rückfällig“ geworden.
Ich habe dieses interessante Phänomen mit einigen Fachleuten erörtert und wir stellten diverse Überlegungen an, über die hier nicht berichtet werden soll, da ich Ihnen Gelegenheit für eigene Interpretationen lassen möchte, ohne damit einen Vorwurf an die Lehrkraft unterstellen zu wollen.


Wie schwierig ist es, „sauber“ singen zu lernen ?

Das spontane „Sauber Singen“:
Wenn man 13 Jahre lang Singunterricht erteilt und sich zudem selber didaktisch fortbildet, verfügt man über ein gewisses Arsenal an „Lehrmethoden“. Also, nach etwa 13 Jahren Praxis habe ich eine Singstunde in einer dritten Klasse gegeben. Beim Liedersingen wieder das bekannte „Ereignis“: Wie vorauszuahnen war, haben die Kinder weitgehend falsch gesungen. Die wenigen Kinder, die sauber hätten singen können, konnten sich nicht durchsetzen.
Daraufhin zog ich folgende Möglichkeit in Betracht:
Könnte es nicht sein – so fragte ich mich – , dass die Kinder deshalb falsch singen, weil sie rein stimmtechnisch die Töne nicht produzieren können?
Nun bin ich Stimmphysiologe und habe jahrzehntelang auch mit scheinbar „stimmunbegabten“ Leuten gearbeitet. Auf Grund dieser meiner Erfahrungen habe ich den Kindern in etwa 15 Minuten eine weitgehend richtige „Kehlhaltung“ beibringen können. Dann geschah das Wunder: Das vorher so „falsche“ Lied wurde klangschön und sauber gesungen. Offensichtlich waren die Töne noch latent im zuständigen zerebralen Bereich bereits richtig „verankert“.
Auf das Text-Singen habe ich im Anfangsstadium noch bewusst verzichtet, um die eben erarbeitete Technik nicht zu zerstören. Text-Singen ist nämlich stimmtechnisch schwierig und sollte erst geschult werden, wenn die Stimmtechnik beim „Vokal-Singen“ bereits funktioniert.

Fazit: Singen ist ein „weites Feld“ und ist nicht nur interessant, sondern birgt Schätze, die so früh als möglich zu heben in den letzten Jahrzehnten in unseren Bildungssystemen immer mehr vernachlässigt wurde. Sind Sie interessiert? Dann setzen Sie sich mit mir in Verbindung und / oder geben Sie diese Information bitte weiter.
Bitte auch diese Informationen weitergeben!

Dr. Franz Brandl, Prof. für Stimmphysiologie

Telefon: 089-883462

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